Die Vreneli-Münzen sind mehr als nur ein Stück Gold – sie verkörpern die Geschichte und Identität der Schweiz. Als eine der bekanntesten Goldmünzen weltweit steht das Vreneli für den Schweizer Franken in seiner edelsten Form.
Von 1897 bis 1949 geprägt, erzählt es von wirtschaftlichen Umbrüchen, kultureller Entwicklung und dem Stolz eines Landes. Dieser Artikel taucht ein in die Entstehung, den Wandel und die Bedeutung dieser ikonischen Münze, die weit über ihren materiellen Wert hinausgeht.
Ursprung und Design : Ein nationales Meisterwerk
Die Geschichte der Vreneli-Münzen beginnt Ende des 19. Jahrhunderts, als die Schweiz ihre Währung modernisieren wollte. 1895 beschloss der Bundesrat, die bisherige Helvetia-Münze (1883–1896) durch ein neues Design zu ersetzen. Der Künstler Fritz Ulysse Landry schuf daraufhin die berühmte Frauenfigur – eine jugendliche Helvetia mit Zopf und Edelweiß, vor einer Alpenkulisse. Vreneli-Goldmünzen sind einzigartig durch dieses Motiv, das Tradition und Moderne vereint. Ursprünglich als Helvetia bekannt, erhielt die Münze später den Kosenamen „Vreneli“ – eine Verniedlichung des Namens Verena –, was ihre Beliebtheit im Volk unterstreicht. Mit einer Feinheit von 900/1000 Gold und einem Wert von zunächst 20 Franken wurde sie ab 1897 geprägt, später ergänzt durch 10- und 100-Franken-Varianten. Ihr Preis war stets abhängig vom Goldpreis, doch ihr kultureller Wert blieb unbezahlbar.
Blütezeit und Wandel : Vom Zahlungsmittel zur Anlage
Zwischen 1897 und 1949 wurden rund 58,6 Millionen 20-Franken-Vreneli geprägt, eine beeindruckende Zahl, die ihre Rolle als Kurantmünze in der Lateinischen Münzunion widerspiegelt. Sie war gesetzliches Zahlungsmittel, bis die Weltwirtschaftskrise und die Abwertung des Franken 1936 ihren Kurswert überholten. Ab diesem Zeitpunkt stieg der Goldwert über den Nennwert, und die Münze wurde zunehmend gehortet. Besonders bemerkenswert sind die Nachprägungen von 1945 bis 1947 mit der Jahreszahl 1935 und dem „L“ für Lingot (Barren), die aus Nationalbank-Beständen stammen – etwa 20 Millionen Stück. Auch die seltenen 100-Franken-Vreneli von 1925 (Auflage: 5.000) und die 10-Franken-Münzen (1911–1922) zeugen von einer wechselvollen Geschichte, die das Vreneli zur begehrten Anlagemünze machte.
Symbolik und Erbe : Ein Stück Schweizer Identität
Das Vreneli ist nicht nur eine Münze, sondern ein nationales Symbol. Die Helvetia-Figur, die Freiheit und Unabhängigkeit verkörpert, sowie das Schweizer Kreuz auf der Wertseite spiegeln den eidgenössischen Geist wider. Trotz anfänglicher Kritik – manche empfanden die junge Frau als zu wenig würdevoll – eroberte das Vreneli die Herzen der Schweizer. Es wurde zum beliebten Geschenk und Sammlerstück, etwa bei Taufen oder Jubiläen. Selbst heute, da es kein Zahlungsmittel mehr ist, bleibt es ein Sinnbild für Stabilität und Wohlstand – ein goldenes Erbe, das Generationen verbindet.
Fazit : Mehr als Gold – Ein Schweizer Vermächtnis
Die Vreneli-Münzen sind ein faszinierendes Kapitel der Schweizer Geschichte. Von ihrer Entstehung als Zahlungsmittel bis zu ihrer Rolle als Anlage- und Sammlerobjekt zeigen sie, wie eng Wirtschaft, Kultur und Identität verknüpft sind. Mit ihrem einzigartigen Design und ihrer historischen Tiefe bleibt das Vreneli ein Symbol für den Schweizer Franken in Gold – ein Schatz, der weit über seinen materiellen Wert hinausstrahlt. Wer ein Vreneli in Händen hält, hält ein Stück Schweiz.