Die AfD ist bei der Bundestagswahl als zweitstärkste Partei hervorgegangen. Das hat sie zum großen Teil den Ergebnissen im Osten zu verdanken. In den meisten Bundesländern dort führt die Partei, teilweise sehr deutlich.
Auf Bundesebene gibt es nach Aussage Politikforscher Munos praktisch keine Volkspartei mehr. Auf regionaler Ebene erfülle die CSU in Bayern den Anspruch noch, die SPD stehe etwa in Hamburg noch gut da. „In Ostdeutschland ist die AfD Volkspartei.“ In Westdeutschland sei das hingegen nirgends der Fall.
Das sind die Zahlen:
▶︎ Thüringen ist ausgezählt, die Höcke-AfD holt dort 39 Prozent. Doppelt so viel wie das Bundes-Ergebnis.
▶︎ Das toppt die AfD in Sachsen sogar noch. Die AfD holt dort 40,1 Prozent. Die SPD landet bei 9,5 Prozent, die Grünen bei 4 Prozent. In Sachsen ist die BSW raus - nur 3,6 Prozent. Damit hat sie ihr Wahlergebnis von der Landtagswahl vom 1. September 2024 nahezu halbiert.
▶︎ In Sachsen-Anhalt liegt die AfD bei 37,1 Prozent. Dahinter, mit weitem Abstand, die CDU, mit aktuell 19,2 Prozent, die SPD holt 11 Prozent.
▶︎ In Brandenburg landet die AfD bei 32,5 Prozent. Die Altparteien wie die CDU (18 Prozent) und die SPD (14,8 Prozent) sind weit abgeschlagen.
▶︎ Auch das fünfte ostdeutsche Flächen-Bundesland ist fest in AfD-Hand. In Mecklenburg-Vorpommern landet die AfD bei 35 Prozent. Die Gemeinden haben ausgezählt, bis auf wenige einzelne Orte ist alles blau.
▶︎Nur in Berlin kann die AfD nicht flächendeckend punkten. Hier liegt die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla nach voller Auszählung bei 15,2 Prozent. Aber auch hier läuft die unsichtbare Grenze durch die Stadt. In Ost-Berlin ist die AfD viel stärker als im Westen.
Insgesamt: Die Union und ihr Kanzlerkandidat Friedrich Merz (69) haben die Bundestagswahl gewonnen. Andererseits: Das Ergebnis ist nicht sonderlich berauschend. Die – vor allem psychologisch wichtigen – 30 Prozent plus x wurden nicht erreicht.
Und, was viel schwerer wiegt: Die Union könnte neben der SPD die Grünen als zweiten Koalitionspartner brauchen, wenn das BSW doch noch die Fünf-Prozent-Hürde schafft.
Denn: Die FDP fällt als möglicher zweiter Juniorpartner wahrscheinlich weg. Die Liberalen stehen in den aktuellen Hochrechnungen von ARD und ZDF deutlich unter 5 Prozent. Beim BSW wird es wohl eine Zitterpartie bis zur letzten Minute. In der ARD-Hochrechnung kurz vor Mitternacht liegt die Wagenknecht-Partei bei 4,9 Prozent, im ZDF (Stand 23.10 Uhr) bei 5,0 Prozent.